Ruhrdeutsch

Ruhrdeutsch, Niemiecki, Dialekty - opisy w j. niemieckim
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Ruhrdeutsch
1
Ruhrdeutsch
Als
Ruhrdeutsch
wird der mündliche Sprachgebrauch im
ezeichnet (in der Region auch
Ruhrpott
,
Ruhrpöttisch
oder
Kumpelsprache
genannt). Die meisten Sprachwissenschaftler stufen es als
nd als
Übergangssprache ein.
Es handelt sich um eine am Ende des
s entstandene
des Hochdeutschen. Sie weist Einflüsse
(
der alten niederdeutschen Mundarten am Niederrhein und in Westfalen auf. Diese Einflüsse betreffen den
Satzbau, den Wortschatz und die Lautung. Hinzu kamen geringe Einflüsse der
en
aus
und
owie aus dem
Auch einzelne Übernahmen aus den
angrenzenden
nd
prachen sind darin verankert.
Eine Abgrenzung zu den Sprachvarietäten des Umlandes des Ruhrgebiets ist schwierig. Im heutigen Ruhrgebiet
wurden vor der
in einer breiten Zone entlang des Rheins niederfränkische Mundarten gesprochen,
östlich davon Westfälisch. Heute wird am Niederrhein außerhalb der
des Ruhrgebiets, also in der
ländlich geprägten Rheinzone des Ruhrgebiets, der
niederrheinisches Deutsch
gesprochen, der sich in
Aussprache, Intonation und weiteren Merkmalen nur unscharf vom Ruhrdeutschen abhebt. In Städten wie Duisburg,
wo die städtische Umgangssprache niederrheinisch mitgeprägt ist, klingt das Ruhrdeutsche daher anders als in
Dortmund, wo westfälische Einflüsse hervortreten.
Entstehung
Zur Entstehung des Ruhrdeutschen wurde vielfach behauptet, es sei aus einem Mischungsprozess entstanden, analog
zur Zuwanderung im Laufe der
Ende des 19. Jahrhunderts. In Wirklichkeit, so Heinz H. Menge
von der
handelt es sich um eine einheimische Entwicklung. Um 1900 wurden die
plattdeutschen Dialekte vom Hochdeutschen abgelöst, in einem Prozess, der jahrzehntelang dauerte und während
dessen die Menschen in einer
-Situation lebten. Die Zuwanderer, die traditionell für den
Entstehungsprozess verantwortlich gemacht werden, waren damals großteils noch gar nicht anwesend.
Grammatische Varianten stellen in der Regel also niederdeutsches Substrat dar, schreibt Menge.
[1]
Die ursprünglichen
nd
Mundarten des Ruhrgebiets sind heute nahezu vollständig
durch das Hochdeutsche abgelöst worden. Vereinzelt findet man noch Sprecher des Niederdeutschen. Insbesondere
das
das Mülheimer Platt, weist Eigenheiten auf, die typisch rheinisch sind, so etwa bei der Aussprache
von G und CH. Auf der Internetseite der Stadt Mülheim an der Ruhr finden sich viele Infos dazu, u. a. ein
Mölmsch

Lexikon mit ca. 3000 Wörtern. Als Sprachgrenze des Westfälischen zum
wird die
herangezogen, die nördlichste Linie des Rheinischen Fächers.
Auffällig ist, dass sich dabei die Sprache in einzelnen Städten teilweise unterschiedlich entwickelt hat. Beispiel: In
Essen-Nordost), einer Region mit starker Zuwanderung aus dem Osten, wird mehrheitlich
Ruhrdeutsch gesprochen. In
(Essen-Südwest), südlich der Uerdinger Linie, und einer Region mit
starker Zuwanderung von Webern aus dem Aachener Raum spricht man mehrheitlich Rheinisch.
 Ruhrdeutsch
2
Beziehungen zu anderen Sprachen
Niederdeutsch
Das Ruhrdeutsche ist eine Varietät des Hochdeutschen. Das typisch niederdeutsche lange
u
(wie in
Huus
), das im
Hochdeutschen zu
au
ert wurde (Haus), erscheint auch im Ruhrdeutschen, von einzelnen Ausnahmen
abgesehen
(de Buuern),
durchgängig als
au.
Im Vergleich dazu ist ein alter Stadtdialekt wie das
deutlich

niederdeutscher

.
Dennoch kann man im Ruhrdeutschen die niederdeutschen
(Überreste einer älteren

Sprachschicht

) leicht
ausmachen. Beispiele gibt es
• für die lautliche Ebene: -s im Auslaut bleibt stellenweise -t, so durchgängig für die Markierung des sächlichen
wie in
wat,
dat,
et,
kleinet
usw. für hochdeutsch was, das/dass, es, kleines.
• auf
Ebene: die hochdeutsche Verkleinerungsform
-chen
ist im Ruhrdeutschen
-ken
bzw.
-sken:
Mäusken
statt
Mäuschen,
Stücksken
statt
Stückchen.
• auf
alischer Ebene: Es findet sich die typisch niederdeutsche Kasusunsicherheit, wie sie auch das
Berlinerische hat. Dabei verschwindet die Unterscheidung zwischen
nd
:
Gib mich den Tee.
• im Wortschatz:
Kusselköpper
(auch:
Kusselkopp
) ist ein Purzelbaum; niederdeutsch
Pütt
(Brunnen) wurde für das
Bergwerk übernommen; vgl. auch Ausdrücke für ein mehr oder weniger erfolgloses Sich-zu-schaffen-Machen
wie
knibbeln, fuckeln, prockeln.
Typisch ruhrdeutsche Anverwandlungen des Niederdeutschen sind dabei nicht immer deutlich von in
Norddeutschland allgemein üblichen Spracherscheinungen zu trennen, auch wenn die konkrete Ausformung typisch
für das Ruhrdeutsche sein kann:
• Auffällig ist die große Zahl von Kontraktionen (Zusammenziehungen). So wird

hast du

zu
hasse,

sag mal

zu
samma
,

hör mal

zu
hömma,

auf dem

zu
aum.
In diese Kontraktionen lassen sich auch Pronomen und Artikel
einbauen

vgl.
hönnsema!
für

Hören Sie mal!

, oder
willzen haben
für

willst du ihn/den haben?

, oder
willzen
Pils?
für

willst du ein Pils?

.
• Der Gebrauch von
tun
als Hilfsverb und Träger der Person-Endung oder auch die

am +
-Form zur
Konstruktion von Verlaufsformen ist ebenfalls in Norddeutschland (auch in den Niederlanden) verbreitet:
ich bin
am lesen,
ich tu dich dat nich geben.
Beides ist im Ruhrdeutschen im Schwinden begriffen.
• Gelegentlich wird der Laut
j
durch
g
ersetzt:
gezz halt ma den Rand;
geedn Tach unn geedn Tach
(an jedem
einzelnen Tag).
Übergangsvarianten des Ruhrdeutschen reichen von westfälischer
bis zu rheinischen Formen im Westen.
Nach
und
der Sprecher lassen sich nach volkstümlicher Auffassung sogar einzelne Stadtteile im
Ruhrgebiet identifizieren. Diese These ist jedoch umstritten.
Markant ist zum Beispiel die Bestätigungspartikel des westlichen und mittleren Ruhrgebiets: das

Nä?

oder

Näch?

, was auch typisch für das Rheinland ist, wohingegen im östlichen Ruhrgebiet ab dem Dortmunder Süden
und im Grenzland zum

woll?

vorherrscht.
Eine weitere Variante dieser Bestätigungspartikel, allerdings auf den Übergangsbereich zum Sauerland beschränkt,
bildet das

wonniech?

oder

wonnich?

. Dies ist in weiten Teilen des Ruhrgebiets unbekannt.
 Ruhrdeutsch
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Weitere Mundarten
Gelegentlich sind Importe aus anderen Mundarten festzustellen. Auch hier ist es oft schwierig, die Grenzen etwa zu
verwandten Regiolekten klar zu ziehen. Beispiele:

zw.
:
Kappes
= Mistzeug, schlechte Idee (ursprünglich Kohl);
ne fiese Möpp

töfte
= prima (aus
dufte
);
jottweedee sein
= abgelegen, 'in der Pampa' (aus der Berliner Abkürzung
jwd
, scherzhaft für
janz weit draußen
)

Lorbass
= Schlingel

Schore
= Hehlerware, umgsp.
flöten gehen
= verloren gehen, verschwinden;
in Kluft
= fein
angezogen. Hier ist die Beleglage naturgemäß schwierig, da Rotwelsch eine Geheimsprache sein will
Eine besonders minderwertige Ware wird (wurde) auch im Jargon der Händler im ruhrgebietlichen Großmarktmilieu
als Seibelschore bezeichnet.
Weitere Sprachen
Andere lexikalische Einflüsse kommen
• aus dem
:
Mottek
(
młotek
) für den (Bergmanns-)Hammer oder
Matka
(polnisch für Mutter,
Mütterchen) abwertend für eine ältere Frau. Diese Einflüsse sind zahlenmäßig gering.
• aus dem
en, z. T. vermittelt über das
:
(Arbeit),
Massel
(Glück, 'Schwein haben'),
Schickse
(Mädchen, neutral oder abwertend),
stickum
(stiekum)
[2]
= heimlich, unauffällig. Viele dieser Ausdrücke
sind jedoch auch in den anderen überregionalen deutschen Umgangssprachen geläufig.
Hinzu kommen punktuell Entlehnungen aus verschiedenen Sprachen, die jedoch nicht selten Pseudo-Entlehnungen
sind und nur Anspielungen auf typische Klangstrukturen einer anderen Sprache darstellen, soweit sie nicht überhaupt
mehr oder weniger verunglückte Versuche sind, einer fremdsprachigen Orthographie oder Lautung ein irgendwie
regional artikulierbares Lautgebilde zuzuordnen. Hierbei kommt zum Tragen, dass viele Sammlungen eine
mangelnde Bildung und Weltläufigkeit der Ruhrgebietsbewohner zum Markenzeichen der Ruhrgebietskultur
emporzustilisieren trachten.
Beispiele:

Rabotti
= arbeiten!, lasst gehen!

aus dem/der Lamäng
= aus dem Handgelenk, mit Links;
die Haute Wollaute
= die höheren
gesellschaftlichen Kreise (aus
la haute volée
), z. T. vermittelt über das Rheinische u. Kölsche

Wollwott
= Woolworth;
Örni
= dickes Teil, aus engl. Ernie;
Kornebeff
= Corned Beef;
Böffstück
=
Beefsteak

pickobello/schickobello
= tipptopp;
allet paletti
= alles klar;
Bello
= großes Teil;
lecko mio
= du
kannst mich mal;
Monte Schlacko
= Schutthalde;
Mamma mia!

mit
= mit hoher Geschwindigkeit, schwungvoll
• Pseudo-
Kasus knacktus
= springender Punkt
• in neuerer Zeit auch aus dem
Eschek
= Blödmann, aus
Esel;
Aische
= junge türkische Frau,
aus
Ayşe
= türkischer Mädchenname.
 Ruhrdeutsch
4
Bergarbeitersprache
Ein nicht geringer Teil des Alltags-Wortschatzes stammte aus Bergbau- und Industriearbeiterkultur. Durch den
Rückgang der Montanindustrie ziehen sich damit verbundene Wörter und Redewendungen mehr und mehr aus dem
Ruhrdeutschen zurück.
Hängen im Schacht, Mutterklötzken, unter Tage, vor Kohle, dat Gedinge kaputt machen
u. v. a.
Lautliche Besonderheiten
Besonders im westfälischen Ruhrdeutsch wird das

r

u. a. im
raktisch durchgängig ersetzt durch einen
Mischvokal aus stummem
-e
und dunklem
-a:

Kiiache

,

Doatmund

,

Eade

,

Vatta

,

Kinda

, eine
Ausspracheerscheinung, die im Deutschen üblich ist, hier ist die r-Vokalisierung jedoch stärker abgedunkelt. Der
Gelsenkirchener Stadtteil
̯
]
spricht sich demnach
Buua
aus, das
ängt dabei den Vokal
u.
In
der Kombination

-urg

bzw.

-urch

wird das

-r

gebietsweise durch

i

vokalisiert
(Düüsbuich, duich, fuichbaa).
Am Silbenende wird
-ar
, auch in den Schreibungen '-ahr' und '-arr', als gelängtes 'a' gesprochen. So sind im
Ruhrdeutschen
warten
und
waten
in der Aussprache praktisch nicht zu unterscheiden, ebenso wenig wie
Bart
und
Bad
oder
Start
,
starrt
und
Staat.
Der Vokal vor silbenauslautendem
-r
wird oft halb gelängt:
Steean
(Stern), auch
Stääan;
Spooat
(Sport),

Gelsenkiiachen

.
Auch hier gibt die Doppelschreibung der Vokale die nur halbe Vokalverlängerung unzureichend
wieder.
Auffällig ist die Aussprache der Diphthonge
au, ei, eu, äu
vornehmlich im westfälischen Teil des Ruhrdeutschen, bei
denen der erste Vokal leicht gelängt wird:
wolln ma so saagen: waaisi aau nich
war eine legendäre
Allround-Antwort von
Auch hier übertreibt die Vokalverdoppelung in der Schreibung das
Verhältnis der Längen in der tatsächlichen Aussprache (bei Manger kommt das annähernd hin).
Lange Vokale des Standardhochdeutschen werden im westlichen und südlichen Ruhrgebiet oft verkürzt:

Farratt

(

Fahrrad

),

Bannoff

(

Bahnhof

),

Vatta

(

Vater

),

Omma

(

Oma

). Zum westfälischen Sprachraum hin immer
stärker gedehnt, mit Übergang zum ehemals Niedersächsischen Sprachraum des Münsterlandes schließlich deutlich
überdehnt.
Umgekehrt gibt es im lexikalischen Bereich und bei den Wortzusammenziehungen eine größere Zahl von
Lautumgebungen, bei denen an der Silbengrenze auf einen Kurzvokal ein stimmhafter Konsonant, geschrieben als
Doppelkonsonant, folgt. Eine solche Aussprache widerspricht den Regeln der Laut-Buchstaben-Beziehungen des
Standarddeutschen, nach denen auf Kurzvokale zwischensilbisch in aller Regel stimmlose Konsonanten folgen.
Einige Beispiele für diese Eigenart im Ruhrdeutschen (und teilweise in anderen norddeutsch geprägten Regiolekten
und Mundarten):
habbich
(habe ich),
abknibbeln
(mit den Fingernägeln entfernen, z. B. ein Etikett),
Dubbels
(zusammengeklappte Butterbrote),
aufribbeln
(verstrickte Wolle zwecks Wiederverwendung wieder aufräufeln),
feddich
(fertig),
wadde ma
(warte mal),
Mudder
(Mutter),
Maggarine
(Margarine),
krijjich
(krieg

ich),
marrich
(mach ich),
et fisselt
(in feinen Tröpfchen regnen),
Dussel
(gedankenloser Mensch),
Äwwinn
(Erwin). Das Merkmal
gilt nicht generell: Ein norddeutsches
biddee
(bitte) kann im Ruhrgebiet schon mal als
bidde
ausgesprochen werden,
normalerweise aber sagt man
bitte.
Das Lautphänomen
Kurzvokal + stimmhafter Konsonant
lässt sich beim s-Laut mit der üblichen
nicht-lautschriftlichen Rechtschreibung, die sich an die deutsche Standard-Orthographie anlehnt, nicht adäquat
wiedergeben:
-ss-
ist nach neuer Rechtschreibung immer stimmlos, in Wörtern und Kombinationen wie
Massel,
Brassel, fisseln, isser
(ist er),
Schussel, Dussel, musser
(muss er),
krüsselich
(kraushaarig) u. v. a. wird es im
Ruhrdeutschen aber stimmhaft gesprochen. Würde man umgekehrt
-ß-
für alle stimmlosen
s-
Laute einsetzen,
entstünden Schwierigkeiten bei der Lesbarkeit (?
bißße
= bist du?), zumal

nur noch nach Langvokalen benutzt
werden soll. Damit verbundene Schwierigkeiten lassen sich anhand der Präsenskonjugation von
sein
verdeutlichen,
wenn zu Zwecken der Demonstration einmal konsequent

für stimmloses und
-s-
für stimmhaftes
-s-
benutzt wird:
 Ruhrdeutsch
5
da binnich

da bißße

da isser

da ißßse

da sinnt wer (sinn wer)

da seiter (seider)

da sinnt se (sinn se).
Ohne Lautschrift ist das nicht lösbar. Ähnliche Probleme gibt es bei allen Dialekten und Regiolekten.
In einer Reihe von Wörtern tritt
-pf-
als
-pp-
auf:
Zieh den Kopp ein.

Ich hab rechts en Gips un kann nur noch auf
eim Bein hüppen.

Kannze dat noch innen Koffer reinstoppen?
Im westfälisch geprägten, östlichen Randgebiet des Ruhrgebiets wird

ch

nach vorderem Vokal + vokalisiertes

r

(Kiache) häufig wie im Westfälischen als
Reibelaut wie in
ach
ausgesprochen, während es im Hochdeutschen
als
erscheint.
Häufig wird im westfälischen Teil des Ruhrgebiets der Buchstabe

l

im Auslaut wie im englischen

well

, das
heißt als hartes

l

ausgesprochen. Auch diese Ausspracheerscheinung ist im gesamten westfälischen Sprachraum
verbreitet.
Besonders die letztgenannten Ausspracheerscheinungen sind den Menschen im mittleren und westlichen Ruhrgebiet
vollkommen fremd und ein deutliches Zeichen für die immer noch feststellbare, als fließender Übergang zu
verstehende Sprachscheide zwischen dem Westfälischen und dem Rheinischen. So liegt der Übergang vom
Niederfränkisch beeinflussten r nach vorderem Vokal zum Westfälischen
deutlich
östlich der als ehemalige Sprachgrenze vorgeschlagenen
bei Essen-Werden (

inie

).
Die oft als typisch ruhrdeutsch angesehene Aussprache des auslautendes

g

als [ç] (Ich-Laut) in Wörtern wie
König,
wenig
ist allerdings hochsprachlich richtig. Abweichungen von der Hochsprache ergeben sich etwa bei Wörtern, wo
das Endungs-g einem
r
folgt und es im westlichen Teil wie ein [ç] ausgesprochen wird, wie beispielsweise in
Duisburg, Hamburg, Nürnberg.
Auch hier benutzten ältere Sprecher im östlichen Ruhrgebiet statt des palatalen [ç]
häufiger den velaren
ach-
Laut. Im Übrigen wird endsilbisches

-g

auch dort generell als [ç] ausgesprochen, wo dies
standardsprachlich nicht möglich ist:
wechtun
(weglegen, wegstellen),
Fußweech
(Fußweg);
mööchlich,
Anzuch,
waach et nich!
usw. Die schriftliche Wiedergabe durch

-ch

widerspricht der Orthographieregel der
Wortbildkonstanz
(wagen

wag es nicht!),
anders ließe sich jedoch die von der Standardaussprache abweichende
Lautung nicht wiedergeben.
Ebenfalls deutlich abweichend von der hochdeutschen Aussprache: Tag = Tach (mit kurzem a), sag = sach (ebenso),
mag = mach
(ich mach keine Erbsensuppe),
Krieg = Kriiech (mit im Vergleich zu Hochsprache tendenziell etwas
langgezogenem

i

).
Bei einer Reihe von häufig gebrauchten Wörtern entfallen die Endkonsonanten:
au
(auch),
maa
(mal, beides
kombiniert in
auma
),
do
(doch),
nich
oder
ni
(nicht) und andere. Dazu gibt es eine Reihe von lustig gemeinten
Sprachspielen (
Satz mit wammamaa und hattata? Wammama auf Schalke, hattata gereechnet!
), aber auch alltägliche
Muster wie
annä donnich
(ach nee, doch nicht),
kumma
(kuck mal) oder
waddema eemt
(warte mal eben).
In einigen Ortsbezeichnungen und Eigennamen tritt das sogenannte
uf, das nicht typologisch für das
Ruhrgebiet ist und im gesamten Bereich des Rheinlands und Westfalens (z. B. im Münsterland: Coesfeld, Raesfeld)
auftritt. Es führt nicht zur Umlautung des Vokals davor, sondern zu seiner längeren Aussprache.
Oer-Erkenschwick
spricht sich wie

Ohr-E.

und nicht

Öör-E.

Analog dazu: Gelsenkirchen-Buer, Duisburg-Baerl (niederrheinisch)
u. a. Das Dehnungs-e kommt auch in Ostbelgien vor (
) oder Raeren.
Grammatik
Kontraktionen von Präposition + bestimmtem Artikel sind häufiger als in der Standardsprache. Ermöglicht wird dies
durch die Tatsache, dass deutsche Artikel ihre Genus-, Kasus- und Numerusmarkierungen am Ende tragen.
Prototypisch wären im Akkusativ die Verbindungen
füren/fürn Pappa, füre Mamma, fürt Kläusken, füre Kinder.
Bei
Präpositionen, die den Dativ regieren, sowie bei den statisch verwendeten Wechselpräpositionen wird der Akkusativ
bevorzugt; Formen wie
beier Apotheke
(bei der A.) oder
beien Kindern
(bei den K.) klingen hier schon recht
hochdeutsch.

Echtes

Ruhrdeutsch wäre
bein Oppa
(aus

bei den

),
beie Omma
(aus

bei die

),
bein/beit Putzen
(aus

bei den

oder

bei dat

) und
beie Schimanskis
(aus

bei die

).
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